Geotechnik in Jena

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Jena liegt in einem geologisch bewegten Tal. Auf 155 Metern Höhe im Saaletal treffen Kalksteinplateaus auf quartäre Auenablagerungen – ein Kontrast, der bei jeder Bodenmechanischen Untersuchung sofort ins Auge fällt. Die Altstadtbebauung steht oft auf Muschelkalk, während die Neubaugebiete in Lobeda oder Zwätzen mit Auelehm und wechsellagernden Kiesen zu kämpfen haben. Wer hier baut, braucht belastbare Kennwerte. Unser Team führt die Bodenmechanische Untersuchung normkonform nach DIN 4020 und EC7 durch und liefert prüffähige Geotechnische Berichte. Die Kombination aus lokaler Bohrlochaufnahme und akkreditierten Laborversuchen nach DIN EN ISO 17892 schafft die Datengrundlage, die Statiker für wirtschaftliche Gründungen benötigen. Gerade im urbanen Raum von Jena, wo jeder Quadratmeter zählt, vermeidet eine frühzeitige Bodenmechanische Untersuchung teure Überraschungen in der Bauphase.

Im Jenaer Saaletal entscheiden oft die ersten fünf Meter über die Wirtschaftlichkeit der gesamten Gründung – die Steifemoduln der quartären Sedimente streuen hier um den Faktor 3.
Geotechnik in Jena
Technisches Referenzbild — Jena

Methodik und Umfang

Ein typischer Fall ist die Nachverdichtung auf einem ehemaligen Gewerbeareal in Jena-Nord. Der Bauherr plante ein fünfgeschossiges Wohnhaus, doch die ersten Rammsondierungen zeigten locker gelagerte Auffüllungen bis 3,2 Meter Tiefe. Ohne Bodenmechanische Untersuchung wäre die Flachgründung ein Risiko gewesen. Unser Labor ermittelte über Triaxialversuche die effektiven Scherparameter und bestimmte die Steifemoduln für die Setzungsberechnung. Ergebnis: eine Kombination aus Bodenaustausch und elastisch gebetteter Bodenplatte. Die Bodenmechanische Untersuchung umfasst dabei stets das gesamte Spektrum – von der Korngrößenanalyse nach DIN 18123 über die Zustandsgrenzen bis zum Kompressionsversuch. Bei schwierigen Untergrundverhältnissen im Saaletal ergänzen wir die Feldarbeit mit einer Korngrößenanalyse, um die Frostsicherheit des Planums nachzuweisen. So entsteht ein kohärentes Baugrundmodell, das dem Tragwerksplaner die Bemessung erleichtert.

Standortspezifische Faktoren

Der Baugrundunterschied zwischen Jena-Zentrum und den südlichen Hanglagen ist gravierend. Im Kernstadtbereich steht der Obere Muschelkalk oft oberflächennah an – hohe Tragfähigkeit, aber Karsthohlräume sind nicht auszuschließen. In den Hängen um Wöllnitz oder am Jenzig dagegen rutschen Hangschuttdecken auf tonig verwittertem Untergrund. Wird hier auf eine Bodenmechanische Untersuchung verzichtet, drohen Setzungsdifferenzen, die Rissbilder im Rohbau fast unvermeidlich machen. Noch kritischer sind die Auenbereiche entlang der Saale: organische Weichschichten mit geringer Scherfestigkeit führen zu Kriechverformungen über Jahre. Ein Baugrundgutachten mit fundierter Bodenmechanischer Untersuchung schafft Klarheit über Homogenbereiche, Lagerungsdichte und Konsistenz. Es sichert nicht nur die Standsicherheit, sondern auch die Bauzeit und das Budget.

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Typische Werte

ParameterTypischer Wert
Baugrunderkundungstiefe (Regelfall)6 – 15 m u. GOK (nach Bauwerksklasse)
Normgrundlage LaborversucheDIN EN ISO 17892-Reihe
Klassifikation nachDIN 18196 (Bodengruppen)
Bemessung nachEC7-1 (DIN EN 1997-1:2014-03) mit NAD
Scherparameter (dräniert)Triaxialversuch CU / CD oder Rahmenscherversuch
SetzungsberechnungSteifemodul Es aus Kompressionsversuch oder Drucksonde
Durchlässigkeitsbeiwert kfLabor- oder Feldversuch (z. B. Versickerungsversuch)
Lokale Erfahrung SchwerpunktMuschelkalkverwitterung, Auelehm, Hangschutt

Weitere Fachleistungen

01

Felduntersuchungen

Kleinbohrungen und Rammsondierungen (DPH) zur direkten Ansprache der Schichtenfolge. Incl. Beprobung aus allen relevanten Tiefenlagen und erster Klassifikation vor Ort.

02

Laborversuche

Bestimmung aller mechanischen Parameter: Kornverteilung, Konsistenzgrenzen, Scherfestigkeit (Triaxial- oder Rahmenscherversuch) und Zusammendrückungsverhalten im Ödometerversuch.

03

Geotechnischer Bericht

Zusammenfassung aller Ergebnisse in einem prüffähigen Bericht nach EC7 mit Baugrundmodell, charakteristischen Kennwerten, Gründungsempfehlung und Angaben zur Bauwerksabdichtung.

Normativer Rahmen

DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7) mit DIN 1054:2021-04 (NAD), DIN EN ISO 17892 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche, DIN 18196 – Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN 18123 – Bestimmung der Korngrößenverteilung

Häufige Fragen

Wie tief muss die Bodenmechanische Untersuchung in Jena reichen?

Die Erkundungstiefe richtet sich nach der Bauwerksklasse und der Einflusstiefe der Gründung. Im Stadtgebiet Jena sind mindestens 6 m unter GOK üblich, bei Unterkellerung oder wenn der Muschelkalk erst tiefer ansteht auch 10–15 m.

Welche Normen gelten für die Bodenmechanische Untersuchung in Deutschland?

Maßgeblich sind DIN 4020 für den Untersuchungsumfang, die Laborversuche nach DIN EN ISO 17892 und die geotechnische Bemessung nach Eurocode 7 (DIN EN 1997-1) mit dem nationalen Anhang DIN 1054.

Was kostet eine Bodenmechanische Untersuchung für ein Einfamilienhaus in Jena?

Für ein typisches Einfamilienhaus in Jena liegen die Kosten je nach Erkundungstiefe und Laborumfang zwischen €3.040 und €5.110. Im Preis enthalten sind die Feldarbeiten, die Laboranalysen und der Geotechnische Bericht.

Wie lange dauert die Bearbeitung vom Auftrag bis zum Bericht?

Die Feldarbeiten sind meist an einem Tag abgeschlossen. Die Laborversuche benötigen je nach Umfang 5 bis 10 Werktage. Der vollständige Bericht liegt in der Regel innerhalb von drei Wochen vor.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Jena und Umgebung.

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