Eine Baugrube am Hang in Jena-Ost, der Bagger hebt aus, doch der Boden ist weicher als im Gutachten angenommen. Die Stahlbetonsohle sackt leicht nach, erste Risse im Fundament zeichnen sich ab. Hätte man den Baugrund drei Meter tiefer mit einer schweren Rammsondierung geprüft und nicht nur auf eine alte Bohrtabelle vertraut, wäre das Problem noch vor dem Betonieren aufgefallen. In Jena treffen Talauen, Prallhänge der Saale und die verwitterten Tonsteine des Mittleren Keupers aufeinander – ein geologisches Mosaik, das punktgenaue SPT-Werte verlangt. Wir setzen bei jedem Projekt auf die schwere Rammsondierung nach DIN EN ISO 22476-3, kombiniert mit einer Korngrößenanalyse aus dem entnommenen Probenmaterial, weil Sie nur mit belastbaren N-Werten eine sichere Bemessung der Fundamente hinbekommen.
Die SPT-Schlagzahl ist kein Selbstzweck – sie übersetzt die lokale Geologie Jenas in einen Kennwert, den der Statiker direkt in seinen Bemessungsformeln verwenden kann.
Standortspezifische Faktoren
Bei einer Baustelle am Fuße des Hausbergs haben wir vor Jahren eine Szene erlebt, die sich tief eingeprägt hat. Man hatte auf eine SPT-Vorerkundung verzichtet und die Baugrundbeurteilung allein aus einer Rammkernsondierung abgeleitet. Die Pfahlgründung wurde nach Erfahrungswerten dimensioniert, doch schon beim ersten Proberammen zeigte sich: Die Pfähle trafen auf einen verkarsteten Muschelkalkhorizont und liefen völlig unkontrolliert ein. Der Bauherr stand vor einem sechsstelligen Nachtrag, nur weil die wenigen SPT-Bohrungen eingespart wurden. In Jena ist der Karsthohlraumverdacht kein theoretisches Risiko, sondern in den Kalksteinformationen des Oberen Muschelkalks dokumentierte Realität. Ein Verflüssigungsnachweis wird zudem relevant, sobald in den Auelehmen der Saale locker gelagerte Sandlinsen anstehen, was bei einem Bemessungserdbeben nach DIN EN 1998-5 zu Setzungen führen kann, die kein Statiker ohne SPT-Daten abschätzt.
Häufige Fragen
Mit welchen Kosten muss ich für eine SPT-Bohrung in Jena rechnen?
Für eine SPT-Bohrung mit Auswertung nach DIN EN ISO 22476-3 liegen die Kosten je nach Tiefe und Aufwand in Jena zwischen €500 und €720 pro Aufschlusspunkt. Der genaue Preis hängt von der Bohrtiefe, der Anzahl der Sondierpunkte und der Zugänglichkeit des Geländes ab. Bei mehreren Bohrungen im Rahmen eines Baugrundgutachtens staffeln wir die Preise.
Ab welcher Tiefe ist eine SPT-Sondierung in Jena sinnvoll?
Die SPT-Sondierung ist ab 1,5 m unter Geländeoberkante anwendbar und wird in Jena typischerweise bis in Tiefen von 6 m bis 15 m eingesetzt. Bei Hochbauprojekten gehen wir bei Bedarf bis 20 m, um die Gründungssohle und tieferliegende tragfähige Horizonte sicher zu erkunden.
Welche Normen sind für die SPT-Durchführung in Deutschland maßgebend?
Maßgebend sind die DIN EN ISO 22476-3 für die Durchführung des Standard Penetration Tests sowie das Beiblatt 1 der DIN 4094 für die Bewertung der Schlagzahlen. Die geotechnische Einordnung erfolgt im Rahmen des Eurocode 7 (DIN EN 1997-2).
Wie lange dauert eine SPT-Bohrung in Jena?
Eine einzelne SPT-Bohrung bis 10 m Tiefe dauert inklusive Auf- und Abbau in Jena etwa drei bis vier Stunden. Bei mehreren Sondierpunkten auf demselben Grundstück können wir zwei bis drei Bohrungen pro Tag realisieren. Die gutachterliche Auswertung benötigt danach etwa fünf Werktage.