Auf 155 Metern Höhe im engen Saaletal gelegen, stellt Jena mit seinen 110.000 Einwohnern besondere Anforderungen an jede Verkehrsfläche. Die historische Brückenkopflage und die steilen Muschelkalkhänge prägen den Untergrund – mal anstehender Fels, mal tiefgründige Auelehm-Schichten. Wer hier eine flexible Fahrbahn bemisst, kommt am Plattendruckversuch nicht vorbei. Unser Labor in der Region begleitet seit Jahren Straßenbauprojekte, vom Gewerbegebiet Göschwitz bis zur Erschließung im Saalbahnhof-Areal. Die Kombination aus dynamischer Verkehrslast durch den Nahverkehr und den wechselhaften Untergrundverhältnissen macht jede Bemessung flexibler Fahrbahnen zu einer echten Einzelfallentscheidung. Für die erforderlichen Steifigkeitskennwerte setzen wir auf den CBR-Versuch, der direkt am verdichteten Planum die Tragfähigkeit liefert.
Bei flexiblen Fahrbahnen entscheidet das Zusammenspiel von Tragschicht und Untergrund, nicht die Asphaltdicke allein – im Saaletal mit seinen wechselnden Böden ein kritischer Punkt.
Standortspezifische Faktoren
Am Neubau eines Logistikzentrums im Jenaer Norden hatten wir einen Fall, bei dem die Bk3,2-Bemessung nach RStO unterschritten wurde, weil der Auftraggeber die Kosten für die Frostschutzschicht reduzieren wollte. Nach zwei Wintern mit Frost-Tau-Wechseln zeigte die flexible Fahrbahn Spurrillen von 18 Millimetern – die geforderte Ebenheit war dahin. Die Sanierung kostete das Dreifache der ursprünglich eingesparten Tragschicht. Das Problem lag nicht im Asphalt, sondern im unzureichend verdichteten Unterbau, der auf dem Auelehm keine ausreichende Steifigkeit erreichte. Solche Schadensbilder lassen sich vermeiden, wenn die Bemessung flexibler Fahrbahnen konsequent die lokalen Bodenkennwerte berücksichtigt und nicht pauschal nach Tabellenbuch erfolgt. Gerade in Jena, wo die Topografie steile Längsneigungen erzwingt, addieren sich Schubspannungen aus Brems- und Anfahrmanövern zur vertikalen Radlast – ein Aspekt, den die reine RStO-Betrachtung oft unterschätzt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Bemessung flexibler Fahrbahnen für ein Bauvorhaben in Jena?
Für die statische Plattendruckprüfung und die CBR-Bestimmung im Labor liegen die Kosten je nach Anzahl der Messpunkte und Schichten zwischen 1.420 und 4.370 Euro. Eine genaue Kalkulation erstellen wir nach Einsicht in die geplante Verkehrsflächengröße und die RStO-Anforderungsklasse.
Nach welcher Norm bemessen wir flexible Fahrbahnen in Deutschland?
Für den Oberbau gilt die RStO 12, die die Bauweisen und Schichtdicken nach Belastungsklassen festlegt. Ergänzend sind die ZTV Asphalt-StB für die Ausführung und die DIN EN 13286 für Prüfverfahren an ungebundenen Gemischen maßgebend.
Welche Bodenkennwerte sind für die flexible Fahrbahn in Jena entscheidend?
Im Jenaer Saaletal sind vor allem der Verformungsmodul Ev2 auf dem Unterbau, der CBR-Wert der Frostschutzschicht und die Frostempfindlichkeitsklasse des anstehenden Bodens bemessungsrelevant. Der Auelehm erreicht oft nur F3, was eine ausreichend dicke Frostschutzschicht erzwingt.
Wie viele Plattendruckversuche sind für eine Verkehrsfläche nötig?
Die RStO sieht keine feste Anzahl vor, aber nach ZTV E-StB empfehlen wir mindestens einen Prüfpunkt pro 500 m² Fahrbahnfläche. Bei wechselndem Untergrund wie im Saaletal setzen wir die Messpunkte enger, um lokale Schwachstellen im Planum sicher zu erkennen.
Warum ist der CBR-Versuch für flexible Fahrbahnen wichtiger als für starre Decken?
Bei flexiblen Fahrbahnen verteilt sich die Radlast über die Korn-zu-Korn-Spannung der ungebundenen Schichten. Der CBR-Wert beschreibt genau diesen Scherwiderstand und fließt direkt in die Schichtdickenbemessung ein – anders als bei Betondecken, wo die Plattenbiegung dominiert.