Die RStO 12 fordert für den standardisierten Oberbau klare Nachweise zur Tragfähigkeit des Untergrunds – in Jena mit seinen heterogenen Talauen und Hanglagen aus Muschelkalkverwitterung ein entscheidender Faktor. Der CBR-Wert (California Bearing Ratio) nach DIN EN 13286-47 liefert genau diesen Kennwert, der die Dimensionierung von Frostschutzschicht und Asphaltpaket bestimmt. Im Stadtgebiet variieren die Untergrundverhältnisse auf kurzer Distanz erheblich: Während die Saaleaue bei Zwätzen und Wenigenjena oft weiche Auelehme mit CBR-Werten unter 5 % zeigt, stehen an den Hängen des Jenzig oder im Gewerbegebiet Göschwitz verwitterte Kalksteinböden mit deutlich höherer Tragfähigkeit an. Das akkreditierte Labor führt die CBR-Studie für Straßenentwurf sowohl an ungestörten Proben aus Schürfgruben als auch an aufbereitetem Material nach definiertem Verdichtungsgrad durch, um die kritischsten Zustände nach Frosteinwirkung oder Wasserzutritt abzubilden. Zusätzlich wird bei feinkörnigen Böden die Korngrößenanalyse herangezogen, um die Frostempfindlichkeitsklasse nach ZTV E-StB zu klassifizieren und die Dicke des frostsicheren Oberbaus festzulegen.
Ein CBR-Wert von 3 % im Saaletal bedeutet den dreifachen Asphaltaufwand gegenüber einem Wert von 15 % – die Studie rechnet sich schon vor dem ersten Baggerlöffel.
Standortspezifische Faktoren
Der häufigste Fehler in Jenaer Ausschreibungen: Die CBR-Studie für Straßenentwurf wird nur an getrockneten Proben im Optimalwassergehalt gefahren. Das bildet den Zustand nach der Verdichtung im Sommer ab, aber nicht den kritischen Frühjahrszustand nach Schneeschmelze und Dauerregen. In der Saaleaue östlich des Paradiesbahnhofs wurde 2019 eine Anliegerstraße auf der Basis solcher Schönwetter-CBR-Werte dimensioniert. Nach zwei nassen Wintern lagen die tatsächlichen Tragfähigkeiten im Planum um 60 % unter den angesetzten Rechenwerten, die Asphaltschicht riss netzförmig auf. Eine CBR-Studie für Straßenentwurf muss zwingend den wassergesättigten Zustand und die Frost-Tau-Wechsel simulieren, sonst sind die Werte für die RStO-Dimensionierung unbrauchbar. Das Labor in Jena führt deshalb obligatorisch eine Konditionierung über 96 Stunden Wasserlagerung bei 20 °C durch, bevor der Eindringversuch startet. Bei frostempfindlichen Böden der Klasse F3 – etwa den tonigen Schluffen im Mühltal oder am Landgrafen – wird zusätzlich der CBR-Wert nach acht Frost-Tau-Zyklen ermittelt. Nur dieser Wert darf in die Dimensionierung von Fahrbahnen der Bauklassen Bk3,2 bis Bk100 eingehen.
Normativer Rahmen
DIN EN 13286-47:2012 – Ungebundene Gemische, Verfahren zur Bestimmung des CBR-Wertes, RStO 12 – Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Erdarbeiten im Straßenbau, TP BF-StB Teil B 7.2 – Technische Prüfvorschriften CBR-Versuch, DIN 18196 – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke
Häufige Fragen
Welcher CBR-Wert ist für eine Wohnstraße in Jena-Lobeda ausreichend?
Für eine Wohnstraße der Bauklasse Bk0,3 nach RStO 12 muss der CBR-Wert am Planum mindestens 5 % betragen, auf OK Frostschutzschicht mindestens 15 %. In Lobeda mit seinen Lösslehmböden erreichen wir diese Werte meist erst durch Bodenaustausch oder Kalkstabilisierung im Planumsbereich.
Wie lange dauert eine vollständige CBR-Studie für Straßenentwurf?
Die reine Prüfdauer beträgt einen Tag pro Probe. Mit Probenvorbereitung, Verdichtung und Wasserlagerung (96 Stunden) oder Frost-Tau-Zyklen (acht Tage) liegt die Bearbeitungszeit je nach Konditionierungsprogramm zwischen einer und drei Wochen. Der Prüfbericht geht innerhalb von zwei Werktagen nach Versuchsabschluss raus.
Muss die Probenahme zwingend aus Schürfgruben erfolgen?
Nein, für die CBR-Studie können Proben auch aus Rammkernsondierungen oder Baggerschürfen stammen. Entscheidend ist, dass die Proben gestört oder ungestört in ausreichender Menge (mindestens 50 kg je Horizont) entnommen werden und der natürliche Wassergehalt bis zur Laboranlieferung erhalten bleibt. Bei Grobkiesböden im Göschwitzer Gewerbegebiet sind Schürfgruben oft die einzige praktikable Entnahmemethode.
Was kostet eine CBR-Studie für Straßenentwurf in Jena?
Das Basisprogramm mit drei Prüfhorizonten und Konditionierung bei Optimalwassergehalt und Wasserlagerung liegt zwischen €150 und €240 je Probe. Das erweiterte Programm mit Frost-Tau-Wechseln und kombinierter Korngrößenanalyse liegt am oberen Ende dieser Spanne. Die genauen Kosten hängen von der Probenanzahl und den geforderten Konditionierungsvarianten ab.