In Jena sehen wir bei Bauabnahmen immer wieder das gleiche Bild: Tragschichten auf dem typischen Muschelkalkverwitterungsboden des Saaletals, bei denen der geforderte Verdichtungsgrad ohne nachvollziehbare Prüfung bescheinigt wird. Das Sandkegelverfahren nach DIN 18125-2 liefert hier einen direkten, von der Korngröße unabhängigen Wert der Trockendichte in situ. Anders als indirekte Methoden misst es punktuell das tatsächliche Volumen der entnommenen Probe. Seit Jahren setzen wir das Verfahren im Jenaer Osten und in den Hanglagen um Lobeda ein, wo der heterogene Untergrund aus verwittertem Buntsandstein und quartären Schottern eine präzise Verdichtungskontrolle verlangt. Die 110.000-Einwohner-Stadt mit ihrer Mischung aus Neubaugebieten und historischen Industriebrachen am Saalebogen erfordert eine prüftechnische Begleitung, die sowohl die DIN 18125-2 als auch die ZTV E-StB erfüllt. Bei Bedarf kombinieren wir den Sandkegel mit der Korngrößenanalyse zur vollständigen Bewertung des eingebauten Materials.
Die Verdichtungskontrolle im Saaletal ist kein Selbstläufer: Muschelkalkverwitterung und quartäre Terrassenschotter erzeugen punktuell Dichteschwankungen, die nur ein direktvolumetrisches Verfahren aufdeckt.
Standortspezifische Faktoren
Das Saaleklima mit seinen markanten Temperaturwechseln zwischen der feuchten Flussaue und den trockenen Kalkhängen stellt besondere Anforderungen an die Prüfdurchführung. Im Frühjahr und Herbst kann die natürliche Bodenfeuchte in Jenaer Auelehmen so hoch sein, dass der optimale Wassergehalt nach Proctor um 3 bis 5 Prozentpunkte überschritten wird — eine Verdichtung auf 100 % der einfachen Proctordichte wird dann technisch unmöglich. Wer bei Nässe weiterprüft, ohne den Wassergehalt im Feld zu bestimmen, riskiert systematisch zu niedrige Dichten und später Setzungen in der Tragschicht. In den steilen Hangbereichen um Drackendorf oder am Landgrafen muss zudem beachtet werden, dass Rüttelverdichtung auf Schichtneigungen über 5 % zu Materialverschiebungen führt, die das Sandkegelverfahren als Inhomogenität aufdeckt. Unser Team dokumentiert deshalb bei jeder Prüfung in Jena Witterung, Schichtneigung und Einbauart — ein Protokoll, das bei späteren Gewährleistungsfragen oft den entscheidenden Unterschied macht.
Normativer Rahmen
DIN 18125-2: Baugrund, Untersuchung von Bodenproben - Bestimmung der Dichte des Bodens - Teil 2: Feldversuche, Sandkegelverfahren, DIN EN 13286-2: Ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische - Teil 2: Laborprüfverfahren zur Bestimmung der Trockendichte und des Wassergehalts, ZTV E-StB 17: Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, VOB/C ATV DIN 18300: Erdarbeiten
Häufige Fragen
Wann ist das Sandkegelverfahren in Jena gegenüber anderen Methoden zu bevorzugen?
Das Sandkegelverfahren nach DIN 18125-2 ist besonders bei grobkörnigen Böden und Schottertragschichten das Referenzverfahren, weil es die Dichte direkt über das Volumen der entnommenen Probe bestimmt. In Jenaer Muschelkalk- und Buntsandsteinverwitterungsböden mit hohem Steingehalt liefert es genauere Werte als radiometrische Sonden, die bei stark heterogenem Material zu Messfehlern neigen. Bei bindigen Böden mit hohem Feuchtegehalt empfehlen wir ergänzend einen Plattendruckversuch.
Welche Prüfhäufigkeit fordert die ZTV E-StB für Baumaßnahmen in Jena?
Die ZTV E-StB 17 verlangt für ungebundene Tragschichten im Straßenbau eine Verdichtungskontrolle mindestens alle 500 m² je Einbaulage, mindestens jedoch 3 Prüfungen pro Bauabschnitt. Bei beengten Verhältnissen, wie sie in Jenaer Altstadtgassen oder bei Leitungsgräben vorkommen, erhöht sich die Prüfdichte auf mindestens eine Prüfung pro 50 lfm Grabenlänge.
Was kostet eine Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren?
Eine Sandkegelprüfung inklusive Wassergehaltsbestimmung liegt je nach Prüfumfang und Anfahrtsweg in Jena bei 110 bis 140 Euro pro Messpunkt. Bei mehr als 5 Prüfungen am gleichen Tag reduzieren sich die Kosten durch den geringeren Rüstaufwand.
Kann das Sandkegelverfahren auch bei Regen durchgeführt werden?
Das Verfahren ist wetterabhängig: Der Prüfsand muss rieselfähig und trocken bleiben, sonst ist die Volumenbestimmung nicht genau. Bei leichtem Regen arbeiten wir mit einem Prüfzelt, bei Starkregen verschieben wir die Messung. Entscheidend ist auch die Bodenfeuchte: Liegt der Wassergehalt mehr als 5 % über dem optimalen Wert, kann der geforderte Verdichtungsgrad oft nicht erreicht werden. Das dokumentieren wir dann im Prüfbericht.